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PJ Jacobsen 2011
Kampf um die Box
PJ Jacobsen
Ein Interview
Obwohl er erst 18 Jahre zählt, zieht PJ Jacobsen bereits eine breite Erfolgsspur – und nach allen Hochrechnungen kommt das Beste in seiner Karriere erst noch.Wegen seiner Ambitionen und seines Talents ist PJ der neuste von REV’IT! gesponserte Rennfahrer. „Ich weiß nicht, wohin mich mein Weg führt“, sagt er, „aber ich weiß, ich werde alles geben. Ich will gewinnen, will nach oben. So wie jeder.“
Aufgewachsen
auf dem Motorrad
Sich mit PJ bei ihm zu Hause in Montgomery (NY) zu unterhalten heißt, mit einem uneitlen, aber selbstbewussten Piloten zu reden, der das liebt, was er am besten kann: Rennfahren. Sein Vater Keith ist daran schuld: „Mein Dad war ein professioneller Dirt-Track-Racer. Schon als ich drei war setzte er mich auf ein Motorrad“, erzählt PJ. Trotz seines jungen Alters hat er schon eine Menge hinter sich, von Moto Cross auf Minibikes bis zu Rennen mit einer Ducati 848 Evo in der American Daytona SportBike Klasse für Celtic Racing. Er hat bereits 30 Titel gesammelt, alle auf Schotter. PJ erinnert sich, wie alles begann: „Als ich fünf war, gewann ich meine erste Meisterschaft auf einer Yamaha PW50. Dann ging es weiter mit 65 und 80 Kubik. Ich gewann weiter und wechselte zu Straßenrennen. Mein Vater und ich hielten das für besser anstatt mit Dirt Track weiter zu machen. Das war wirklich mein Wunsch. Ich fahre zwar heute immer noch Dirt Track, aber die Rennerei auf der Straße war definitiv die richtige Entscheidung.“
Dirt Track
ist eine gute Basis
Er erzählt weiter: „Dirt Track ist eine wirklich gute Basis. Mittlerweile machen viele amerikanische Kinder und Jugendliche das gleiche wie spanische Kids: Sie fahren Honda NSR mit 80-Kubik-Kits. Ich fuhr Dirt Track, weil es jeder tat. Nicky Hayden, der ein echter Held für mich ist, tat das auch. Ich würde gerne mal eine ganze Saison Dirt Track fahren weil ich glaube, ich kann das ganz gut. Letztes Jahr bin ich ein Rennen auf einer 750er Harley gefahren und ging als Zweiter in die letzte Runde. Ich hatte viel Spaß, auch wenn mich die älteren und erfahreneren Fahrer noch abfingen und ich auf Platz sechs landete. Aber jetzt will ich bei Straßenrennen erfolgreich sein, hier und in Europa.“
Eine Karriere
die im Ausland beginnt
Als PJ 2006 zu Straßenrennen wechselte, war das eine steile Lernkurve. Der Neuling sog alles in sich auf. Richtig ernst wurde es, als er 2007 von der MotoGP Akademie nach Europa eingeladen wurde. Albero Puig, der Mentor von Dani Pedrosa, hatte ihn dorthin bugsiert. Auch wenn er erst 13 war, war PJ fasziniert von den Möglichkeiten, die sich ihm boten.
PJ debütierte in der Top-Liga
mit gerade mal 15
Zwei Jahre nach seiner Einführung in Europa debütierte PJ in der Top-Liga, er erhielt eine MotoGP-Wild Card für den Indianapolis-GP. Gerade mal 15, war er der jüngste Amerikaner im Starterfeld. Er fuhr nicht in die Punkte, weil: „MotoGP ist zweifellos die schwierigste Serie. Hätten wir vorher etwas mehr Zeit mit dem Motorrad gehabt, wäre ein besseres Resultat in Indy möglich gewesen, Aber es war ein tolles Erlebnis, das Rennen vor Heimpublikum zu fahren.“Danach erhielt der GP-Novize eine unglaubliche Möglichkeit: Der vierfache Weltmeister Jorge Martinez bot ihm einen Platz für die spanische Meisterschaft in seinem Aspar-Team. „Ich fuhr die beiden letzten Rennen 2008 für Aspar. Sie mochten mich, ich mochte sie, und ich bekam ein Motorrad für das folgende Jahr. Das wurde wieder schwierig, ich musste ja die Strecken kennen lernen. Ich übte mich in Geduld, wollte in die Top-Fünf in der Meisterschaft – was mir gelang. Mein Vater, mein Trainer und mein bester Freund kamen zu meinen beiden letzten Rennen nach Spanien und feuerten mich an, das war cool. Das würde ich gern noch mal machen.“
Zurück in der Heimat
Return to the United States
Nach der 2009er-Saison entschloss sich PJ, in die USA zurückzukehren. „Jorge ist ein toller Typ. Er mochte mich wirklich und wollte, dass ich bleibe. Aber entschied mich für die Heimkehr in die Staaten und die 600er-Supersportler. Ich sah eine Menge Jungs von den 600ern zu den 1000er Superbikes wechseln, und ich wollte weg von den 125ern. Außerdem wollte ich in den USA für Barry Gilsenan und Celtic Racing fahren. Davon träumte ich, seit ich elf war. 2010 klappte es dann, und ich war wirklich glücklich. Ich wurde 11. in der Meisterschaft und wusste vorher, das wird ein Lehrjahr.“Der Übergang auf die AMA-Strecken gelang PJ reibungslos. Seine Erfahrungen aus Europa halfen ihm dabei. „Die Rennstrecken hier sind ziemlich schwierig. Es gibt nicht soviel Auslauffläche, aber wir alle lieben Rennen und kümmern uns nicht so sehr darum. Doch ich denke, meine Zeit in Europa half mir sehr.“
Auf die nächste
Stufe
In diesem Jahr machte PJ einige wichtige Änderungen durch. Er unterschrieb einen Vertrag mit REV’IT! und Celtic Racing und fährt eine Ducati 848 Evo in der AMA SportBike Klasse. Der Wechsel von der vierzylindrigen Suzuki GSX-R 600 auf den hämmernden Ducati V2 fiel ihm nicht schwer dank seiner engen Zusammenarbeit mit Ducati-Guru Eraldo Ferracci von Fast by Ferracci, weltweit seit zwei Jahrzehnten als Koryphäe in Sachen schnelle Ducs bekannt. „Eraldo erzählt mir eine Menge Geschichten über Doug Polen und Freddie Spencer und wie die das Motorrad gehändelt haben, als er noch mit ihnen arbeitete. Das hilft mir sehr“, erklärt PJ. „Es dauerte ein Weilchen, bis ich mich an die Ducati gewöhnt hatte, doch jetzt mag ich sie sehr. Die 848 Evo ist ein tolles Motorrad, das gut zu meinem Fahrstil passt. Und Eraldo im Hintergrund ist eine große Hilfe. Er korrigiert meine Fehler, so dass ich eine Menge lerne. Wenn ich etwas falsch mache, erklärt er mir, was Doug und Freddie das machten, und die sind echt gute Vorbilder. Er konzentriert sich voll auf mich und ist immer noch vom Rennfieber infiziert.“
Fokus für die Zukunft
liegt auf internationalen Rennen
Harte Arbeit schreckt PJ nicht ab. Sein Fokus für die Zukunft liegt auf internationalen Rennen. „Ich will gut sein. Ich will vorwärts kommen und mich weiterentwickeln. Ich möchte Rennen gewinnen und unter die besten Drei kommen. Wenn es dieses Jahr gut läuft, möchte ich nächstes Jahr zu den Superbikes. Aber bis es soweit ist, muss ich Resultate bringen.“Gerne würde er dahin zurückkehren, wo seine Karriere startete. „Klar habe ich Lust, wieder nach Europa zu kommen. Moto2 ist eine Irrsinns-Klasse. In den Rennen ist immer was los, man weiß nie, wer gewinnen wird. Da sind eine Menge Talente unterwegs. Aber ich mag auch die Superbike-WM.“PJ weiß, sein Schwerpunkt muss auf der Saison 2011 liegen, bevor er höhere Ziele anvisiert. Er ist fest entschlossen, dieses Jahr erfolgreich zu gestalten. „Wir strengen uns fürchterlich an und werden Siege einfahren. Die Fast by Ferracci Ducati 848 Evo wird bald ganz oben stehen.“

